Moderne Adventsgedichte


Das Smartphone klingelt, die Playstation glüht,
es ist wieder Adventszeit, in der Opa sich bemüht.
Jedes Jahr aufs Neue überred‘ ich ihn zum Spiel’n,
das Ergebnis dasselbe: er wird wieder verlieren.
Ich aber liebe diese Zeit, bei Kaffee und Kuchen,
zu Weihnachten kommen alle, um uns zu besuchen.
Denn Familie und Liebe gehören zusammen,
wie Winter und Schnee oder Feuer und Flammen.

In Flammen der Christbaum, zerbrochen die Kugeln,
alle sind traurig, keiner wird jubeln.
Aus diesem Grund wird es dieses Jahr neu,
ein Umstand, den ich überhaupt nicht bereu‘.
Mama sagt, wir fahren weit weg in die Sonne,
Weihnachten in der Karibik, das ist die pure Wonne.
Modern soll es sein in diesem besonderen Jahr,
nicht so langweilig wie im vergangenen – das ist klar.
Tradition und Moderne, das schließt sich nicht aus,
für die meisten alten Menschen aber dennoch ein Graus.

Immer zu Weihnachten, backen wir eifrig,
danach ist die Küche aber immer sehr seifig.
Denn das Backen und Kochen bleibt nicht ohne Spuren,
die Wände und Decken nehmen zu an Konturen.
Welche da wären Mehl und viele Eier,
geschleudert an die Wand wie bei einer Feier.
Dabei woll’n wir nur backen für den ersten Advent,
doch Mutter nun schnell ins Bad hinausrennt.
Um zu holen den Eimer mit Wasser gefüllt,
drei Stunden später ist die Küche gespült.

Die vier Kerzen brennen, der Kuchen steht bereit,
alle Zeichen auf Schnee: die perfekte Weihnachtszeit.
Doch es gibt ein Problem, ich nenn es beim Namen,
es hat zu viel geschneit, auch auf den Autobahnen.
So können Oma, Opa und Co nicht kommen,
der Kuchen steht da, noch immer ganz besonnen.
Während die Kerzen brennen langsam hinunter,
meine Laune wird dabei auch immer bunter.
Denn der Sekt, der gedacht war für Oma und Opa,
nun in meinem Bauch und ich nahe dem Koma.

Der vierte Advent schon in greifbarer Nähe,
der Umstand, der Angst macht, fast wie eine Krähe.
Denn Geschenke hab ich bis jetzt nicht gekauft,
dafür mich aber mit Tom zusammengerauft.
Wir hatten gestritten, wer das letzte Stück erhält,
wir gaben uns Hiebe, so dass das Weihnachtsfest entfällt.
Das war die Befürchtung der gesamten Familie,
zur Versöhnung seinen Liebling: eine Blume namens Lilie.
So scheint gerettet das liebliche Weihnachtsfest,
die Geschenke können kommen, wenn man mich lässt.
Für ein Handy, das alle Funktionen mir bieten kann,
dieses Jahr muss es sein, jetzt bin ich dran.

Passend zur kalten Adventszeit erreicht,
hat uns der Schneefall in jedem Bereich.
Die Kinder spielen mit dem kalten Nass,
während ich daran denke, was ich nun mach.
Ich wollte noch ausgehen, um zu kaufen den Kuchen,
nun muss ich mir eine andere Option suchen.
Mama wird böse, denn sie weiß es noch nicht,
dass ich gegessen den alten, ich beichte in diesem Gedicht.
Wie jedes Jahr wollte ich kaufen einen neuen,
meine schreckliche Tat: ich sollte sie bereuen.
Die Geschäfte geschlossen, vorbei nun mein Plan,
einstellen auf Ärger, ich mich nun kann.


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