Weihnachtsgrüße für Jäger

Ein Jäger, der was auf sich hält,
der kann den Braten schießen,
den andere für teures Geld
zum Weihnachtsfest genießen.
Drum wünsche ich zu diesem Fest
Dir einen guten Schuss,
erst wenn die Gans die Federn lässt,
kommt auf der Hochgenuss.

Ich wünsche Dir ein frohes Fest,
Du Mann im grünen Kleid,
den Jägers’ Glück niemals verlässt,
und nicht sein Weidmann’s Heil.
Ich schenk’ ein neues Schießgewehr
Dir zu dem grünen Rock,
dass auch im neuen Jahr Dir wär’
vorm Lauf ein großer Bock.

Du bist ein Jäger aus Kurpfalz
und das mit Leib und Seele,
dort wo Du pirschst, da knallt’s,
da geht’s dem Wild an die Kehle.
Doch niemals schießt Du unbedacht,
denn Du liebst innig die Natur,
einen Gruß an Dich, zur Heiligen Nacht,
und bleib’ immer auf der Spur.

Pute und auch Weihnachtsgans,
krosser Wildschweinbraten,
Knödel und auch Preiselbeeren,
das sind die guten Taten,
mit denen Jäger die Gäste beehren.
Und deshalb, mein lieber Jägersmann:
Die Einladung zum Weihnachtsfest
nehme dankend und hungrig ich an.

Oftmals bist Du auf der Pirsch,
jagst das Reh und auch den Hirsch,
genauso oft sind sie verschwunden,
vergeblich waren all die Stunden,
doch manches Mal hast Du auch Glück,
kommst mit der Jagdbeute zurück.
Frohes Fest und guten Rutsch,
auf dass die Jagd Dir immer flutscht.

Jäger haben es nicht leicht,
müssen jagen, jagen, jagen,
bis das höchste Ziel erreicht,
dem Wild geht’s an den Kragen.
Ein Jäger, der muss auch mal ruh’n,
falls ihn die Gattin lässt,
denn im Hause gibt es viel zu tun,
gerade zum Weihnachtsfest.

Grüne Schuhe, grüne Socken
grüne Hose, grüner Rock,
stundenlang im Freisitz hocken,
nirgendwo erscheint ein Bock.
Jäger, komm’ jetzt aus dem Wald,
stell’ die Flinte in den Schrank,
Weihnachten ist ja schon bald,
das feiern wir mit Speis’ und Trank.

Oftmals wirft er voller Zorn
seine Flinte fast ins Korn,
wie ein Pudel, schwer begossen,
denn er hat vorbeigeschossen.
Keiner darf nun etwas sagen,
nichts bemerken und nichts fragen,
denn der Jäger, stolz und hehre
hat seine besondere Ehre.
Diesem Jäger schicke ich jetzt
Grüße zum baldigen Weihnachtsfest.

Ach, Du lieber Jägersmann,
endlich bist Du mal zuhause,
gönnst dem Wild im Walde gar
eine klitzekleine Pause.
Ach, Du lieber Jägersmann,
wir schmücken den Tannenbaum,
denn ich sehe übers Jahr
Dich ja sonst nur kaum.

Ein Jäger zu sein, das ist nicht schwer,
doch Jägersfrau sein dagegen sehr.
Andere Paare, die gehen oft aus,
schick zum Essen und auch auf Bälle,
die Jägersfrau aber, die wartet zuhaus,
harrt dort dem Fleische und der Felle.
Zu Weihnacht der kluge Jäger aber
verzichtet auf jegliches Jagdgelaber,
sonst feiert er bald, Du weißt was ich meine,
das Weihnachtsfest im Wald ganz alleine.