Weihnachtsgrüße zum Nachdenken

Weihnachten – steckt da nicht ein ganz besonderes Wörtchen drin?
Worauf „achten“ an Weihnachten? Schau doch mal genauer hin.

Meine Grüße sind nicht süße.. die Sorte gibt`s genug,
ich schreib Dir mal – gedichtet – aus dem Zug:

Denn ich bin weg für dieses Jahr,
das insgesamt so stressig war.
Ich fahre einfach dort mal hin, wo ich sonst niemals bin.
Weihnachten feiern in der Fremde,
vielleicht gibst dort kein neues Hemde,
dafür den Topf voll Hühnerfleisch
ein Festtagsschmaus – das sieht man gleich.

Drei Dinge, über die ich schreib,
damit was davon bleibt.
Man muss auf vieles achten –
nicht nur an Weihnachten.

Weihnachtsgans nach Maß

Ein ganzes Jahr ist es nun her, dass wir den Duft erhaschten
und von der Gans, der fetten, naschten.
Endlich wieder ist`s soweit! Der volle Teller steht bereit,
Messer und Gabel daneben – so lässt es sich doch leben!
Leben? Nicht alle Menschen auf der Welt haben das Geld
für fette Gänse zur Weihnachtszeit.
Nicht einmal Wasser allezeit.
Sie müssen meistens leben, von dem was andere geben.
Es hülfe schon, wenn wir die Gans nicht mästen,
bis sie fällt, sich kaum noch auf den Beinen hält.
Die Gans nach Maß, die lebt im Gras
und schmeckt besonders fein.
Und nichts am Ende wandert in den Müll hinein.

Die Plastiktüte

Ach, könnten Plastiktüten reden,
sie würden husten, prusten und erzählen,
„Stellt euch vor: Heute habe ich geschleppt –
Weihnachts-Geschenke haufenweise. Beinah wär ich geplatzt!
..Doch zum Glück“ so würde sie dann sagen,
war zwanzig Meter weit ich nur zu tragen,
von der Kasse zum Gefährt. Und schon das klang sehr beschwert.
Dann im Fahrstuhl ging`s nach oben.
Nun, ich will mich ja nicht loben, aber immer noch bin ich ganz fit.
Versteh nicht, was sie mit mir tun,
zerknüllt und mickrig bin ich nun.“
Und aus dem Eimer hört man die Stimme aus dem Off:
„Ach, wär ich doch aus Stoff!“

Der Schnee der Alpen

Es hat geschneit, es hat geschneit!
Nun wär`s so weit. Die Kinder denken,
sie können sich die Ferien lenken und den Eltern sagen,
was sie gut vertragen.
Rein ins Auto, Ski aufs Dach. Ab ins Erzgebirge.
Ach!
Der Vater holt die Tickets raus und meint,
dass sich nun jeder freut.
Die Alpen, sagt er, ja – dort ist der Schnee so wunderbar!
Und höher sind die Berge, wir alle klein wie Zwerge.
So packen sie nun alles ein, müssen bald am Airport sein.
Dort heißt es lange warten, drängeln, schieben,
die Kinder wären gern geblieben.
Und fragen sich: Wie war das doch
mit dem Ozonloch? Kommt es nicht auch
aus dem Kerosin-gefüllten Flugzeug-Bauch?
Angekommen, sagt eins leis`:
War der Schnee bei uns nicht auch so weiß?

Weihnachtsgrüße zum Nachdenken
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